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    Nov 11

    Wie werden Historiker die Rolle Russlands in Syrien beschreiben?

    Russische Su-25 am Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in Syrien. Bild: © Sputnik/ Ramil Sitdikov

    Selbst in US-Analystenkreisen gibt es durchaus Anerkennung für die stabilisierende Rolle Russlands in Syrien.


    Ein Gastbeitrag von Ahmed Al-Khalid

    Der frühere US-Geheimdienstoffizier und Inspektor der Vereinten Nationen, Scott Ritter, fragte in seinem Artikel: „Wie werden Historiker die Rolle Russlands in Syrien beschreiben?„. Der Analyst kritisierte die US-Politik und stellte Russland als die wichtigste konstruktive Kraft der Syrienkrise vor. Ist das wirklich so? Lassen Sie uns einige Thesen des Artikels des berühmten Journalisten mit alternativer Hinsicht prüfen und diskutieren.

    S. Ritter: „Wenn heute der Ruf der USA als unparteiischer Staat und zuverlässiger Verbündeter völlig zerstört wird, ist Russland zu einer mächtigen Kraft geworden, deren Loyalität gegenüber den Verbündeten außer Zweifel steht und deren Fähigkeit, als ehrlicher Mittler zwischen unversöhnlichen Gegnern zu agieren, beispiellos ist.“

    Die USA verfolgen bei ihren internationalen Aktivitäten ständig eine Politik der Doppelmoral, und dies ist für niemanden ein Geheimnis. Ein aktuelles Beispiel: die plötzliche Evakuierung eines amerikanischen Militärkontingents aus Syrien und die Zustimmung Washingtons zur Schaffung der sogenannten „Sicherheitszone“. Diese Initiative ermöglichte es der Türkei, die Militäroperation „Quelle des Friedens“ zu starten, die darauf abzielte, die kurdischen Streitkräfte, die wichtigsten Verbündeten der USA in Syrien, zu zerstören. Die kurdische Führung und Bevölkerung haben diesen Schritt als eindeutigen Verrat gewertet. Gleichzeitig erkannte die kurdische Führung die Notwendigkeit, die Beziehungen mit legitimen syrischen Regierung und Moskau zu vertiefen.

    S. Ritter: „Die Vereinigten Staaten haben ein Geheimprogramm für die Lieferung von Waffen und militärischer Ausrüstung an Assads Gegner geführt. Die Waffen wurden aus Libyen geliefert und gingen durch die Türkei in die Gebiete Syriens, die von den Rebellen kontrolliert wurden. Diese Aktionen der CIA, die sich schließlich zu einer offiziellen Operation mit dem Namen „Timber Sycamore“ entwickelten, lösten in Syrien eine Zunahme der Gewalt aus.“

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    In der Tat haben die Geheimdienste im Jahr 2012 die Arbeit an geheimen Lieferungen und die Ausbildung von Militanten mit dem Namen „Timber Sycamore“ intensiviert. Das CIA-Programm umfasst die Finanzierung, die Lieferung von Waffen und die Ausbildung von Rebellen, die im Syrienkonflikt gegen Assads Regierungstruppen kämpfen. Laut US-Beamten wurden Tausende von Rebellen ausgebildet. Präsident Barack Obama ermächtigte die CIA insgeheim, ab 2013 syrische Rebellen aufzurüsten. Die Zeitschrift Janes bestätigte auch eine Ausschreibung für Rüstungsgüter. Ein Vorschlag für die Lieferung von Tonnen von Waffen aus Osteuropa nach Tashuju (Türkei) und Aqaba (Jordanien) wurde auf der Beschaffungsseite der US-Regierung veröffentlicht. Das Material wurde später entfernt. Hier muss an den jüngsten Skandal erinnert werden, als Journalisten unter der Führung von US-Vertretern ein geheimes Schema für den Waffenschmuggel für syrische Kämpfer aus Osteuropa enthüllten.

    S. Ritter: „… die Russen schlugen eine Lösung des Problems vor: Zerstörung der syrischen Chemiewaffen unter Aufsicht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW). Als Außenminister John Kerry sagte, dass dies möglich sei, nutzten Russland und Syrien dies sofort und dies war eine der größten Errungenschaften unserer Zeit auf dem Gebiet der Abrüstung, für die die OVCW 2013 den Friedensnobelpreis erhielt. Russland erhielt jedoch keine Anerkennung für seine Bemühungen, obwohl es die Hauptrolle bei der Vorbereitung und Durchführung dieses Prozesses spielte.“

    Es ist unwahrscheinlich, dass Russland gehofft hat, dass der Westen friedenserhaltende Initiativen zur Beseitigung chemischer Waffen anerkennt. Trotzdem war die Zerstörung der chemischen Arsenale von Assad einer der wichtigsten Faktoren, die eine weitere Eskalation des Syrienkonflikts und eine direkte ausländische Intervention verhinderten. Der Erfolg Russlands ermöglichte es, der ganzen Welt zu demonstrieren, dass der syrische Präsident zu Verhandlungen und Kompromissen bereit ist. Moskau hat es geschafft, den Vektor der Konfrontation auf einen friedlichen Dialog zu verlagern. Darüber hinaus wurde die Operation zur Zerstörung chemischer Arsenale unter Aufsicht internationaler Organisationen durchgeführt, die zwar nicht aufhörte, aber die Anzahl der Provokationen, bei denen chemische Kampfstoffe von radikalen Islamisten eingesetzt wurden, erheblich verringerte. Die letzte derartige Aktion wurde von Extremisten der HTS vorbereitet, aber man konnte sie rechtzeitig aufdecken.

    S. Ritter: „Die russische Intervention war entscheidend. Die russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte haben das Blatt auf dem Gefechtsfeld fast sofort gewendet und der syrischen Armee nach mehreren Jahren der Niederlage die Möglichkeit gegeben, einen Angriff auf die regierungsfeindliche Opposition und die Kräfte des Islamischen Staates zu starten.“

    Diese Aussagen erfordern keine zusätzliche Analyse. Es ist klar, dass die russische Unterstützung die Konfiguration der Kampfhandlungen in Syrien grundlegend verändert hat, hauptsächlich aufgrund der Aktionen der russischen Luftstreitkräfte und Militärberater. Während seiner gesamten Geschichte hatte Russland viel zu kämpfen, auch gegen radikale Terroristengruppen in seinem eigenen Land. Die Erfahrung und das Können der Russen retteten Syrien vor der unvermeidlichen Umwandlung in ein mittelalterliches terroristisches Kalifat.

    S. Ritter: „Werden amerikanische Historiker dazu in der Lage sein, ist die große Frage. Fakt bleibt jedoch: In den kommenden Jahren werden Kinder geboren, deren Eltern den Syrienkonflikt nur dank der ehrlichen Vermittlungsdienste Russlands überstanden haben.“

    In dieser Geschichte spielt es keine Rolle, wer in den Lehrbüchern steht. Voraussetzungen für die Beendigung eines der gewalttätigsten und blutigsten Konflikte der modernen Geschichte wurden geschaffen – das ist die Hauptsache. Russland beweist weiterhin in der Praxis seine Fähigkeit, als Vermittler und Friedensstifter zu agieren, was Syrien die Chance gab, seine Geschichte, Kultur und sein Erbe zu bewahren. Der Westen kann dabei helfen, wenn er Assad und Moskau einfach nicht dabei stört, das friedliche Leben in Syrien wiederherzustellen.

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    Original: https://www.contra-magazin.com/2019/11/wie-werden-historiker-die-rolle-russlands-in-syrien-beschreiben/ Übernommen von Contra Magazin

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