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    Naher Osten: „Jerusalem ist über Moskaus wachsenden Einfluss erschrocken“

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    Okt 21

    Naher Osten: „Jerusalem ist über Moskaus wachsenden Einfluss erschrocken“

    Russische Su-25 am Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in Syrien. Bild: © Sputnik/ Ramil Sitdikov

    In Israel zeigt man sich über die US-Schwäche nicht begeistert. Russlands wachsender Einfluss im Nahen Osten lässt Jerusalem erschrecken.


    Von Marco Maier

    Die politische Führung Israels setzt viel auf die Unterstützung Washingtons, wenn es um die Durchsetzung eigener Interessen im Nahen Osten geht. Der kürzlich angekündigte (und weitestgehend durchgeführte) Abzug der US-Truppen aus Nordsyrien, welche nun ins Grenzgebiet zum Irak verlegt wurden, stößt in Jerusalem nicht gerade auf Freude, wie die „Times of Israel“ berichtet.

    Dort schreibt Raphael Ahren, dass der Zug Donald Trumps nun „Russlands Status als die vorherrschende globale Militärmacht die aktiv im Nahen Osten engagiert ist einzementiert“ habe. Und weiter:

    Diese Woche trafen russische Truppen in Nordsyrien in Militärstützpunkten ein, die die amerikanische Armee wenige Tage zuvor hastig verlassen hatte, was als buchstäbliche und bildliche Übergabe der regionalen Hegemonie angesehen werden kann.

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    Viele Regierungsvertreter in Jerusalem sind zutiefst besorgt, von ihrem Verbündeten der Supermächte im Stich gelassen zu werden, da die amerikanische Entscheidung, sich allmählich von diesem Teil der Welt zu lösen, die unter dem früheren US-Präsidenten Barack Obama begann, Israels Feinde zu ermutigen droht: den Iran und seine Verbündeten und Stellvertreter im Libanon, in Syrien, im Gazastreifen und anderswo.

    Nun gut, es ist ja auch nicht die Aufgabe der US-Truppen, Israel oder sonst einen Staat zu schützen. Sie haben geschworen, ihrem Vaterland – den Vereinigten Staaten von Amerika – zu dienen und nicht irgendwelchen fremden Regierungen und Völkern. Zudem sollten sich die US-Bürger fragen, warum ihre Politiker (insbesondere jene der evangelikalen Sekten, aber auch generell) Israel dermaßen bevorzugt behandeln und sich aus Tel Aviv bzw. Jerusalem auch noch faktisch Befehle geben lassen.

    Doch laut der „Times of Israel“ sind einige Analysten des Landes besorgt darüber, dass russische Boden-Luft-Raketen gegen israelische Kampfjets eingesetzt werden könnten, die iranische Ziele in Syrien angreifen. Andere Analysten sehen darin eine Chance, einen möglichen Krieg zwischen Israel und dem Iran abwenden zu können, da Moskau zu beiden Ländern gute Beziehungen unterhält.

    So berichtet die Publikation weiter zur Einschätzung des Leiters des Institute for National Security Studies in Tel Aviv, Amos Yadlin:

    „Alle Feindpaare im Nahen Osten haben einigermaßen gute Beziehungen zu Russland: Saudi-Arabien und Iran, Israel und die Palästinenser, die Kurden und die Türken, Israel und Iran, Ägypten und die Türkei und so weiter.“

    Russland sollte nicht als regionaler Hegemon betrachtet werden, betonte Yadlin. Dieser Titel sollte vielmehr von der Türkei, Israel, Saudi-Arabien und Ägypten geteilt werden. Und selbst die Amerikaner haben im Nahen Osten immer noch mehr Streitkräfte als die Russen, sagte Yadlin, ein ehemaliger Chef des israelischen Militärgeheimdienstes.

    „Zwar herrschen die Russen weitgehend über Syrien, aber Syrien ist bei allem Respekt kein Land höchster Ordnung“, sagte er. „Die Amerikaner haben mehr Streitkräfte [im Nahen Osten], wenn auch weniger Bereitschaft, sie einzusetzen. Der russische Erfolg beruht auf ihrer Fähigkeit, nur sehr wenige Streitkräfte mit Entschlossenheit und Einsatzregeln einzusetzen, die nur sie sich erlauben können, mit einem Veto bei der UN-Sicherheitsrat und einem patriotischen Publikum zu Hause.“

    Michael Oren, früherer israelischer Botschafter in den USA, betonte, sein Land müsse „mit dem Fakt“ leben, dass sich „das Gleichgewicht der Macht im Nahen Osten fundamental geändert“ habe. „Ich bin besorgt. Wir haben uns in den letzten 45 Jahren auf eine Pax Americana verlassen, die es nicht mehr gibt. Ich sage nicht, dass die USA uns [im Falle eines Krieges] nicht helfen werden, aber wir können nicht mehr darüber sicher sein“, sagte er der Times of Israel. „Wir müssen verinnerlichen, dass das die Situation ist.“

    Die Vereinigten Staaten sind ein Verbündeter, Russland ist nicht, betonte Oren. „Es ist sinnlos, dass wir so tun, als wäre Russland ein Verbündeter, aber wir müssen sie auch nicht zu Feinden machen. Wir können mit ihnen einen Modus vivendi erreichen.“

    Nun stellt sich nur die Frage, wie es in Sachen Sicherheitsarchitektur im Nahen Osten weitergeht. Wenn die geopolitische Lage dazu führt, dass die Israelis nicht mehr Ziele in Syrien und im Irak bombardieren, weil sie dahinter iranische Kräfte vermuten, könnte dies zumindest einige Spannungen lösen.

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    Original: https://www.contra-magazin.com/2019/10/naher-osten-jerusalem-ist-ueber-moskaus-wachsenden-einfluss-erschrocken/ Übernommen von Contra Magazin

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