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    Okt 13

    Frankreichs Terroristenproblem – ein selbstgemachtes Leiden

    Ein Polizeiwagen in Paris, Frankreich. Bild: Flickr / Mic CC BY 2.0

    Frankreichs radikaler Laizismus und die liberale Migrationspolitik der letzten Jahrzehnte tragen maßgeblich zum aktuellen Terroristenproblem bei. Der jüngste Angriff auf Polizisten ist noch lange nicht das Ende.


    Von Michael Steiner

    In den letzten Jahren erlebt Frankreich eine bedrohliche Zunahme von radikalen Islamisten, die nicht nur in Syrien und im Irak für den „Islamischen Staat“ kämpf(t)en, sondern auch in Frankreich selbst. Mit dazu beigetragen hat auch die allgemeine Ignoranz der französischen Politik und Behörden im Rahmen eines radikalen laizistischen Prinzips. Dieses führt sogar dazu, dass nicht einmal ansatzweise bekannt ist, wie viele Muslime überhaupt im Land leben. Es existieren lediglich grobe Schätzungen darüber.

    Ergo sind auch die ganzen Schätzungen über die Anzahl der Islamisten in Frankreich lediglich Makulatur. 15.000 Salafisten soll es angeblich geben. Es ist nicht einmal bekannt, wie viele davon sich schon in den Staatsapparat einschleusen konnten. Hunderte? Tausende? Niemand weiß es. Wahrscheinlich will es auch niemand (von den Verantwortlichen) so genau wissen. Dies zeigt auch der jüngste islamistisch motivierte Angriff vom 3. Oktober im Polizeihauptquartier von Paris.

    „Das Innere des Pariser Polizeipräsidiums soll eine Hochburg sein. Es ist das Symbol für die öffentliche Ordnung in Frankreich und für den erschütterten Anti-Dschihad-Kampf“, sagte der französische Gelehrte Gilles Kepel gegenüber Le Figaro.

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    „Wir sind in einen … Terrorismus made in France eingetreten … mit einer Mischung aus Freitagspredigt extremistischer Imame, sozialer Netzwerke und der Instrumentalisierung fragiler Individuen. Es geht darum, eine neue Panik in der Gesellschaft zu erzeugen, indem wir ikonische … Orte ins Visier nehmen … Der Angriff ist ein wichtiger Wendepunkt im islamistischen Terrorismus.“

    Der auf der französischen Karibikinsel Martinique geborene Angreifer Mickaël Harpon wurde erschossen, nachdem er während des Mittagsangriffs im Pariser Polizeipräsidium vier Menschen mit einem Keramikmesser erstochen hatte. Harpon, ein ziviler IT-Spezialist in der Geheimdienstabteilung, der über eine hohe Sicherheitsstufe verfügt, war 16 Jahre lang für die Polizei tätig. Zuerst tötete er drei Männer in der Geheimdienstabteilung, dann stach er auf zwei Polizistinnen in einem Treppenhaus ein (eine starb an ihren Wunden), bevor er schließlich im Innenhof des Gebäudes erschossen wurde.

    Harpon war ein langjähriger Konvertit zum Islam und ein gewissenhafter Besucher seiner örtlichen Moschee, wo er morgens und abends betete. Dort regierte ein radikaler Imam, der fast aus Frankreich ausgewiesen worden wäre. Aber eben nur fast… Und was noch schlimmer ist: Harpon war „einer von ihnen“, einer der sogar Namen und Adressen von Polizisten sammelte und diese womöglich an mit ihm befreundete Islamisten weitergab.

    Anstatt solche Entwicklungen von Anfang an zu bekämpfen wurde stets einfach nur weggesehen. Dafür ist das islamistische Gefahrenpotential heute höher als jemals zuvor. Und das haben sich die Franzosen selbst zuzuschreiben. Es mag zynisch klingen, doch wer so bekloppt ist, hat es eigentlich gar nicht anders verdient. Denn jahrzehntelang haben die Franzosen Politiker gewählt, die den Weg dafür bereitet haben, dass die Sicherheitslage im Land zu einer Katastrophe wurde. Nun bezahlen sie die blutige Rechnung für die eigene Blödheit.

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    Original: https://www.contra-magazin.com/2019/10/frankreichs-terroristenproblem-ein-selbstgemachtes-leiden/ Übernommen von Contra Magazin

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