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    Friedensaktivisten dringen in Fliegerhorst Büchel ein – Protest gegen US-Atomraketen

    12 Jul    Gesellschaft

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    Jul 12

    Friedensaktivisten dringen in Fliegerhorst Büchel ein – Protest gegen US-Atomraketen

    Der Fliegerhorst Büchel ist schon seit Tagen von einem Internationalen Friedenscamp mehr oder weniger umzingelt. Am 7. Juli 2019 hielt die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, dort einen Friedensgottesdienst ab. Die Aktivitäten rund um die Luftwaffenbasis, die sich nahe der Stadt Cochem in Rheinland-Pfalz befindet und auf der die letzten 20 US-amerikanischen Atomwaffen auf deutschem Boden vermutet werden, sind Teil der 20-wöchigen Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“. Die Proteste in Büchel finden inzwischen das dritte Jahr in Folge statt.


    Auch das Eindringen auf das Gelände von Militäreinrichtungen, die streng abgeschirmt und – jedenfalls durch entsprechende Beschilderung angekündigt – auch streng bewacht werden, gehört zu den Aktivitäten der Friedensinitiative, was sie international schon mehrfach unter Beweis gestellt hat. Dafür wurden die Aktivisten auch regelmäßig verhaftet und bestraft. Die Luftwaffenbasis in Büchel wurde wegen der offenkundig nicht ausreichenden Absperrung mit einem neuen Zaun aufgerüstet. Aber wie Fotos zeigen, die Sputniknews vorliegen, reichte offenbar eine einfache Metallschere aus einem gewöhnlichen Baumarkt aus, um den Drahtzaun zu durchtrennen.

    Wie weitere Fotos nahelegen, war auch die Bewachung des „Militärischen Sperrbereiches“, wie solche Einrichtungen in Deutschland gewöhnlich bezeichnet werden, weniger streng als angekündigt und als man vermuten würde. Denn dass zunächst der Zaun durchschnitten und dann gleich von mehreren Personen durchschritten werden kann, ohne dass nicht umgehend Alarm ausgelöst und entsprechendes Wach-und Sicherheitspersonal zur Stelle gewesen wäre, ist nur schwer vorstellbar, wenn denn die Vermutungen tatsächlich stimmen, wonach auf dem Gelände die letzten US-Atomwaffen auf deutschem Boden lagern. Der Gedanke, dass auf diese vergleichsweise unkomplizierte Art und Weise auch Terroristen auf den Stützpunkt gelangen könnten, ist wenig ermutigend.

    • © Foto : „Büchel ist überall!“
    • © Foto : „Büchel ist überall!“
    © Foto : „Büchel ist überall!“

    Die Aktivisten begründeten ihr Tun damit, den vor Ort Verantwortlichen eine „Anordnung zur Umsetzung der Atomwaffenverträge“ zustellen zu wollen. In einer Pressemitteilung erklärt John LaForge von der Friedensgruppe „Nukewatch“:

    „Die Zustellung unserer Anordnung ist ein Akt der Verbrechensvorbeugung. Die Behörden bewerten unser Betreten der Basis als Hausfriedensbruch. Aber in ein brennendes Gebäude zu gehen, um Leben zu retten, erfüllt diesen Tatbestand nicht. Die Drohung mit Atomwaffen verstößt gegen die Charta der Vereinten Nationen, den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen und den Vertrag über das Verbot von Kernwaffen von 2017.“

    Die Aktivisten fordern die Verlegung der Atomwaffen, die ihrer Ansicht nach in Büchel lagern, in die Atomwaffenanlage Pantex im US-Bundesstaat Texas, die der National Nuclear Security Administration untersteht. Die in Büchel protestierenden Friedensgruppen gehen davon aus, dass sie im Interesse der deutschen Bevölkerung handeln, die mehrheitlich keine Atomwaffen und schon gar nicht auf deutschem Boden haben wollten, wie die Aktivisten in ihrer Pressemitteilung erklären.

    Die Polizei nahm die Eindringlinge fest und ihre Personalien auf. Sie erteilte einen 24-stündigen Platzverweis. Die Informationen der Friedensgruppen, die ebenfalls Sputniknews übergeben wurden, deuten darauf hin, dass die Aktivisten, die auf das Militärgelände vordrangen, etwa 24 Stunden in Polizeigewahrsam waren.

    Weder die Polizei noch die Luftwaffe oder andere deutsche oder US-amerikanische Behörden bestätigten die Existenz von Atomwaffen auf dem Fliegerhorst. Die Proteste hatten sich vor dem gewaltsamen Eindringen auf die Blockade von Zufahrtsstraßen beschränkt. Auch im Jahr 2018 gelang es den Demonstranten, trotz überdurchschnittlich intensiver Bewachung auf das Gelände des Fliegerhorstes vorzudringen. Bereits kurz danach erklärte die Bundeswehr, die Sicherungsanlagen um den Stützpunkt würden deutlich aufgerüstet. Anscheinend nicht deutlich genug.

    Übernommen von Sputnik News

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