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    Jagd nach dunkler Energie: Größtes deutsch-russisches Weltraumprojekt

    11 Jul    Wissen

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    Jul 11

    Jagd nach dunkler Energie: Größtes deutsch-russisches Weltraumprojekt

    Nachdem der Start vom 21. Juni verschoben werden musste, startet der Spektrum-Röntgen-Gamma-Satellit am Freitag auf einer „Proton-Trägerrakete“ vom Weltraumbahnhof Baikonur in den Erdorbit. Zu diesem Satelliten gehören zwei Instrumente: „eRosita“, ein deutsches Röntgen-Teleskop, das am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) gebaut wurde sowie das kleinere russische Hochenergie-Röntgenteleskop ART-XC, das unter Leitung des Instituts für Weltraumforschung der Russischen Akademie der Wissenschaften (IKI RAN) gebaut wurde.


    Kosmologie: Die Gesetze des Weltalls studieren

    „Es ist das größte bilaterale wissenschaftliche Raumfahrtunternehmen zwischen Russland und Deutschland“, betont Peter Predehl, der wissenschaftliche Leiter von eRosita gegenüber Sputnik. Die Aufgabe der Mission ist eine komplette Himmelsdurchmusterung im Röntgenbereich. Das Entdeckungspotential: 100.000 Galaxienhaufen, drei Millionen Schwarze Löcher, eine Million Sterne und dunkle Materie in Aktion. Das wissenschaftliche Ziel: „Wir wollen damit Kosmologie betreiben. Wir wollen damit herausfinden, wie sich das Universum seit Anfang bis heute entwickelt hat“, so der Projektleiter der deutschen Seite.

    Bei den Schwarzen Löchern gehe es etwa nicht um eine Abbildung dieser Objekte, wie sie dieses Jahr zum ersten Mal gelungen ist, sondern um eine Untersuchung ihrer Entstehung und ihrer Wechselwirkung mit dem All, das sie umgibt. „Tragen Schwarze Löcher zur Entwicklung von Galaxien und Galaxienhaufen bei, wie ist die Wechselwirkung zwischen einem supermassiven Schwarzen Loch und seiner Umgebung?“, solche Fragen soll eRosita beantworten helfen. Über die „lokale Physik“ der Objekte soll dann ein Vorstoß in die Kosmologie erfolgen und die Frage näher untersucht werden, wie die ultraschweren Körper wachsen.

    Dunkle Energie näher bestimmen

    Bei der „dunklen Energie“ gehe es um die Frage, warum sich das Universum schneller ausdehnt, als es die Physik (der im sichtbaren Bereich messbaren Teilchen) erlaubt. „Wir wissen, dass sich das Universum beschleunigt ausdehnt, hinter dieser Beschleunigung muss aber irgendein Mechanismus stecken und den nennen wir dunkle Energie“, erläutert Predehl. Das eRosita-Teleskop könnte dabei helfen, das passende Erklärungsmodell für dunkle Energie zu finden. Denn es gibt in der Welt der Physik einige konkurrierende Modelle, deren Menge durch genauere Messungen heruntergebrochen werden könnte. „Zwischen diesen Ideen können wir noch nicht unterscheiden, weil wir noch zu wenig gemessen haben“, so der Projektleiter vom MPE.

    12 Jahre habe der Bau des Röntgen-Teleskops gedauert, dabei habe es auch Planänderungen hinsichtlich des Zielorbits gegeben, die auch eine Anpassung der Elektronik zur Folge gehabt hätten. Im Gegensatz zu anderen Projekten sei die gesamte technische und wissenschaftliche Leitung für eRosita am Institut gewesen – ganz ohne industrielle Hauptauftragnehmer. Die Kosten der deutschen Seite werden nach Betriebsaufnahme etwa 90 Millionen Euro betragen.

    Der Start der Proton-Rakete mit dem Spektrum-Röntgen-Gamma-Satelliten an Bord findet am Freitag um 14:31 statt. Auf Sputnik News wird er live zu sehen sein. Bleiben Sie dran!

    Das Interview mit Peter Predehl in voller Länge:

    Übernommen von Sputnik News

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