FFD365 - Das Informationsportal

    Deutsch-französischer „Kampfjet der Zukunft“: Kühner Plan für mehr Unabhängigkeit?

    11 Feb    Technik

    Spendiere uns ein wenig Atem!

    FFD365.de sieht sich vielen Anfeindungen entgegen, da wir unterschiedliche Meinungsvertreter auf einer Seite vereinen.
    Entscheide selbst, ob du uns einen, zwei, drei, viele Euros überlässt (paypal / Bankdaten auf Anfrage); auf Werbung klickst oder bei Romowe einkaufst.
    Feb 11

    Deutsch-französischer „Kampfjet der Zukunft“: Kühner Plan für mehr Unabhängigkeit?

    Der Eröffnung der neuen Triebwerk-Produktionsstätte der Firma Safran in Gennevilliers bei Paris wohnten die Verteidigungsministerinnen beider Länder, Ursula von der Leyen und Florence Parly, bei. Nach der Eröffnungszeremonie unterzeichneten die Chefs der Konzerne Safran (Frankreich) und MTU Aero Engines (Deutschland) ein Memorandum über die Gründung eines Joint Ventures, das sich eben mit der Entwicklung des NGF-Kampfjets (New generation fighter) beschäftigen wird.


    >>>Mehr zum Thema: Lockheed Martin verliert Europa<<<

    Für die Umsetzung dieses Projekts sind die Airbus Defense and Space GmbH (Sitz in München) und der Konzern Dassault Aviation (Frankreich) zuständig. Der erste Vertrag hat eine Laufzeit von zwei Jahren, und in dieser Zeit haben beide Firmen eine Konzeption der wichtigsten Elemente des FCAS-Komplexes als „Kampfjet neuer Generation“ zu entwickeln und die finanzielle und technische Effizienz dieses Programms sowie seine allgemeine Machbarkeit einzuschätzen. Planmäßig sollten die Streitkräfte beider Länder das neue Flugzeug bis 2040 bekommen. Laut französischen Militärs sind bereits Maschinen für 65 Millionen Dollar bestellt worden.

    Schweres Schicksal des FCAS

    Ursprünglich hatte es sich dabei um ein gemeinsames Projekt Frankreichs und Großbritanniens gehandelt: Im November 2016 hatten Dassault Aviation und BAE Systems (Großbritannien) ein entsprechendes Abkommen getroffen und wollten das Flugwerk und eine Reihe von Bordsystemen entwickeln. Es war geplant, dass Rolls-Royce und Safran/Snecma im Rahmen dieses Projekts die Motoren bauen würden. Für die funkelektronische Ausrüstung wären die Unternehmen Selex ES und Thales zuständig gewesen. Aber diese Pläne wurden vom Brexit durchkreuzt.

    Dassault Aviation verfügt über große Erfahrungen bei der Entwicklung von Militärflugzeugen, aber im Alleingang konnten die Franzosen dieses Projekt nicht verkraften. Und dann wurden die Kontakte mit Berlin angeknüpft.

    Der stellvertretende Direktor des Forschungsinstituts der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Christian Mölling, vertritt die Meinung, dass sehr viel auf dem Spiel steht.

    „Wenn Frankreich und Deutschland dieses Projekt nicht schaffen, dann wird das auch einen symbolischen politischen Rückschlag für die deutsch-französischen Beziehungen bedeuten und auch für den Glauben daran, dass diese beiden Länder Europa vorantreiben können“, betonte er.

    Nach seiner Auffassung betrachtet Frankreich dieses Projekt als wichtiges Element seiner Konzeption der politischen Sicherheit, und die Möglichkeit ein solches Flugzeug woandershin zu liefern, sei Teil dieser Konzeption. Das sei Deutschland nicht komplett fremd.

    Es bleibt jedoch die Frage, ob dieses Flugzeug dann an solche an Kriegen beteiligte Länder wie Saudi-Arabien geliefert werden kann.

    „Transformer-Flugzeug“

    Es handelt sich um einen „Kampfjet neuer Generation“, der mit unbemannten Flugapparaten zusammenwirken sowie Daten mit anderen Flugzeugen sowie Satelliten austauschen soll.

    „Deutschland und Frankreich haben die Entwicklung eines neuen Kampfjets für die Verteidigung der Souveränität und für die Aufrechterhaltung der europäischen Möglichkeiten beschlossen. Beim FCAS geht es um ein System, das bemannte und unbemannte Plattformen beinhaltet, die gemeinsam funktionieren sollen“, sagte der Sprecher der Korporation Defense and Space, Antoine Noguier.

    Auffallend ist seine Bemerkung „für die Verteidigung der Souveränität und für die Aufrechterhaltung der europäischen Möglichkeiten“. Das lässt sich folgenderweise entziffern (und die beiden Verteidigungsministerinnen betonten das): Das deutsch-französische Tandem bemüht sich um die weitere Integration der Rüstungsindustrieaktiva zwecks Förderung der strategischen Unabhängigkeit von den USA.

    >>>Mehr zum Thema: US-Tarnkappen-Atombomber für die Bundeswehr – FDP und „Die Zeit“ als Lobbyisten<<<

    Beide Seiten betrachten den neuen Kampfjet als Ersatz für die aktuellen Maschinen Eurofighter Typhoon und Dassault Rafale. Besonders wichtig ist aber, dass dieses Flugzeug nicht nur Konkurrenz, sondern eher eine Alternative für den F-35 Lightning II werden soll.

    Auskunft

    Der Kampfjet fünfter Generation F-22 Raptor steht schon seit längerer Zeit in der Bewaffnung der US-Luftstreitkräfte. Unter anderem beteiligten sich solche Maschinen an den Kriegshandlungen im Irak. Demnächst wird das Modell F-35 Lightning II von Lockheed Martin vollständig entwickelt.

    >>>Mehr zum Thema: Eigener „Eurofighter“ für England. Briten hängen Europa mit Zukunftsjet ab<<<

    Der größte Konkurrent dieser Modelle ist der russische Mehrzweck-Kampfjet Su-57 (Index T-50). Ende 2018 wurde die erste Phase der staatlichen Tests erfolgreich abgeschlossen.

    China hat seinerseits das Modell J-20. Zwar gilt es als „Klon“ der US-Maschinen F-35 und F-22 Raptor sowie gleichzeitig der russischen Kampfjets Su-57 und MiG 1.42 (wurde nie serienmäßig gebaut). Dennoch muss der „Chinese“ als ein starker Konkurrent wahrgenommen werden.

    Den Bau von Kampfjets fünfter Generation beanspruchen auch Länder, die zwar keine festen Größen aus der Sicht des Flugzeugbaus sind, aber große Ambitionen haben. Beispielsweise entwickelt Japan schon seit mehreren Jahren das Modell Mitsubishi ATD-X. Vorerst kommt seine Serienproduktion nicht infrage, aber entsprechende Entwicklungen könnten im Rahmen des aussichtsreichen Projekts der Plattform F-3 verwendet werden.

    Zudem haben Indonesien und Südkorea unlängst die Entwicklung des gemeinsamen Projekts IF-X Block I angekündigt.

    Kommerzielle Perspektiven vorerst nebulös

    Über die technischen Daten von NGF ist vorerst kaum etwas bekannt. Laut zuvor präsentierten Informationen wird das Flugzeug eine größere Flugweite haben, über neueste Stealth-Technologien verfügen, Kontrolldaten enorm schnell übertragen können, unter anderem mithilfe künstlicher Intelligenz, ein System zur automatischen Zielerkennung haben und mit Laserwaffen ausgerüstet sein. Allerdings werden solche Anforderungen an alle neuesten Maschinen gestellt.

    Vorerst wurden lediglich Bilder des NGF präsentiert. Darauf ist zu sehen, dass es sich um ein Flugzeug handelt, das nach der „Nurflügel“-Konzeption gebaut wird. Die Flügelvorderkante hat eine verstellbare Pfeilung. Auf der Oberseite ist eine herausragende Einlauföffnung zu sehen. Die Triebwerkdüse befindet sich im Heckteil der Flügelwurzel, über dem Flügel. Auf der Unterseite des Flügels sind die Öffnungen des Chassis und des Laderaums zu sehen.

    Die Perspektiven des FCAS auf dem Weltmarkt stehen vorerst in den Sternen, unter anderem weil seine genauen technischen Daten unbekannt sind.

    Dennoch wird der globale Markt solcher Technik auf 2500 bis 3000 Maschinen geschätzt, so dass der künftige deutsch-französische Kampfjet ein gewisses Potenzial hat.

    Da dieses Projekt teilweise aus den Staatshaushalten beider Länder finanziert wird, könnte das seine Umsetzung etwas leichter machen. Hinzu kommt, dass der neueste Kampfjet mindestens zwei große Auftraggeber haben wird: eben Berlin und Paris. Und das ist schon einmal nicht so wenig.

    Übernommen von Sputnik News

    Bewerten Sie diesen Beitrag!
    0 von 5 Sternen. 0 abgegebene Wertungen.
    Ihre Bewertung:

    Hits: 6

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    *

    Teilweise werden Texte, Bilder, Grafiken und Videos übernommen. FFD365 fragt vorab um Erlaubnis oder nutzt kostenfreie und allgemein zugängliche Quellen, Rechte und Pflichten der ursprünglichen Verfasser und Herausgeber bleiben jedoch davon unverändert. Wir übernehmen per RSS-Reader und gewähren so, das kein Beitrag von FFD365 zensiert oder geändert wird. Vor Abmahnungen: Bitte nehmen Sie Kontakt mit dem Herausgeber dieser Seite auf.

    Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Bitte beachte die Datenschutzbestimmungen. Weitere Informationen

    Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

    Schließen