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    „Freiwillige Rückkehr“: Werbeaktion der Bundesregierung verärgert „Russlanddeutsche“

    15 Nov    Panorama

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    Nov 15

    „Freiwillige Rückkehr“: Werbeaktion der Bundesregierung verärgert „Russlanddeutsche“

    „Dein Land. Deine Zukunft. Jetzt! – Freiwillige Rückkehr: Bis zum 31.12.2018 bis zu zwölf Monaten zusätzlich Wohnkosten sichern.“ Was so klingt, wie eine schlechte Fernsehwerbung, ist eine Werbeaktion des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI). Nun sorgt ein solches Plakat in russischer Sprache für Unmut unter der russischsprachigen Bevölkerung Deutschlands.


    „Freiwillige Rückkehr“? Für wen?

    „WTF? Werbung in der U-Bahn. Nicht Arabisch, Suaheli oder Urdu – auf Russisch (…) Es ist eine Sache, wenn deine Heimat dir anbietet, nach Hause zurückzukehren und sogar Brötchen dafür verspricht — das ist normal. Aber wenn Deutschland, das uns aufgenommen hat, nun in Form eines Plakates in der U-Bahn fragt, ob wir nicht Platz schaffen wollen und in unser Herkunftsland zurückkehren, ist es etwas anderes. Und dazu steht nirgendwo geschrieben, dass es nur für Flüchtlingen oder nur den Flüchtlingen angeboten wird, deren Länder wieder in Sicherheit sind“, moniert ein Facebook-Nutzer auf Russisch.

    Und tatsächlich geht aus der Plakat-Werbung nicht hervor, welche Zielgruppe gemeint ist. Zu der größten Anzahl der Menschen, die Russisch als ihre Muttersprache begreifen, gehören die Spätaussiedler — die sogenannten Russlanddeutschen sowie die sogenannten jüdischen Kontingentflüchtlinge aus den Republiken der ehemaligen Sowjetunion. Beide Gruppen kamen zumeist in den 1990er Jahren und gelten heute allgemein als gut integriert.

    So verwundert es nicht, dass derartige Plakate bei diesen Bevölkerungsgruppen für Unverständnis und Verwirrung sorgen.  Auf die Anfrage der Sputnik-Redaktion, welche Zielgruppen mit dem Plakat angesprochen werden sollen und ob das Angebot auch beispielsweise für „jüdische Kontingentflüchtlinge“ gilt, reagierte das Heimatministerium bisher nicht. Auf der Internet-Seite des Onlineportals „returningfromgermany.de“ heißt es allerdings: Das Beratungsangebot richte sich an alle Drittstaatsangehörigen, die an einer freiwilligen Ausreise interessiert seien, unabhängig von laufenden oder bereits beendeten Asylverfahren. So betrifft das unter anderem auch die 4.884 Bürger der Russischen Föderation, die dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zufolge im Jahr 2017 einen Antrag auf Asyl in Deutschland gestellt haben.

    Werbung des Heimatministeriums

    Seit 2016 fördert der Bund verstärkt Programme zur freiwilligen Rückführung von Flüchtlingen. Im Mai 2017 eröffnete die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Zusammenarbeit mit dem BMI ein Onlineportal zur freiwilligen Rückkehr aus Deutschland. Dort wirbt die Organisation in acht Sprachen: „Die freiwillige Ausreise ist eine Möglichkeit für Migrantinnen und Migranten, die überlegen, in ihr Herkunftsland zurückzukehren. Zum Beispiel können Menschen, deren Asylantrag in Deutschland abgelehnt wurde, denen der Aufenthalt gewährt wurde oder deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist, freiwillig zurückkehren. Im Jahr 2016 haben sich mehr als des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). für diese Option entschieden“.

    Linke: „Plakate sorgen für Verunsicherung“

    Die Innenexpertin der Linkfraktion im Bundestag, Ulla Jelpke, lehnt das sogenannte „Programm zur freiwilligen Rückkehr“ ab. Der Sputnik-Redaktion teilte sie auf Anfrage mit, dass dabei Flüchtlinge und abgelehnte Asylbewerber durch finanzielle Anreize zum Verzicht auf ihre Rechte gedrängt werden sollen. Damit werde ein Klima geschaffen in dem langfristig jene als „lästige Störenfrieden“ gelten würden, die ihren Asylantrag unter Nutzung des Rechtsweges zu Ende bringen wollen, bemängelt Jelpke. „Damit trägt das Programm zur weiteren Demontage des Asylrechts bei. Im Nebeneffekt sorgen solche Plakate bei in Deutschland lebenden Migranten für Verunsicherung, denn ihnen wird fälschlich signalisiert, dass sie unerwünscht sind.“

    Übernommen von Sputnik News

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