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    Wissenschaftler erzählen: So kann dem Zerfall der Familie vorgebeugt werden

    15 Okt    Gesellschaft

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    Okt 15

    Wissenschaftler erzählen: So kann dem Zerfall der Familie vorgebeugt werden

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    „Stellen Sie sich folgende Situation vor – die Frau bittet Ihren Ehemann darum, eine Gehaltserhöhung bei der Arbeit zu verlangen. Für einen Mann kann dies ein sehr riskanter Schritt sein, wenn er auf einer Position tätig ist, in der er leicht ersetzt werden kann. Wenn er ihre Anfrage ignoriert, behält er ein Gefühl der Würde, und die schwere finanzielle Situation erscheint nicht so akut“, sagt Jaclyn Ross, eine Soziologin an der Universität von Kalifornien in Los Angeles (USA).


    Wie Ross und ihre Kollegen anmerken, achten Soziologen und Evolutionisten traditionell auf positive Verbindungen, die helfen, die Familie zu stärken und diese zum „Element der Gesellschaft“ zu machen, als das sie heute angesehen wird. In diesem Fall spielen auch negative Bindungen eine Rolle, die Probleme und den akuten Wunsch verursachen, aus den Fesseln einer solchen Zweisamkeit zu entkommen.

    Noch seltener versuchen die Forscher, über den „Rahmen“ der Familie hinauszugehen; sie bewerten die Wirkung verschiedener äußerer Faktoren, darunter von Veränderungen in der Umwelt und ihr Einwirken auf die Handlungen der Partner, welche die Zufriedenheit der Männer und Frauen in puncto Familienleben beeinflussen.

    Ross und ihre Kollegen haben diese Lücke gefüllt, indem sie zwei Freiwilligen-Gruppen mit etwa fünfhundert Männern mit niedrigem und hohem Einkommen ausgewählt haben. Die Forscher besuchten deren Familien regelmäßig, fragten sie dazu, was sie in ihrem eigenen Leben oder im Leben ihres Partners ändern würden und filmten diese Gespräche.

    Die Wissenschaftler interessierten sich dafür, wie der Ehepartner auf Kommentare der Frau reagiert – ob er verspricht, sich in Richtung der Partnerin zu ändern, oder ob er das Gesagte ignoriert oder gar Aggression zeigt. Durch das anderthalb Jahre lange Monitoring dieser Ehen versuchten die Soziologen zu verstehen, wie die Neigung zu Zustimmung, Aggression oder Vernachlässigung das Familienleben beeinflusst hat.

    Entgegen den allgemein anerkannten Vorstellungen waren Familien mit „Pantoffelhelden“ als Ehemänner nicht die glücklichsten – das Niveau von deren Wohlbefinden, zeigen die Beobachtungen von Ross und ihren Kollegen, fiel fast so schnell wie in den Familien, wo sich der Mann aggressiv benahm. Wenn andererseits ein Mann regelmäßig die Anfragen der Frau ignorierte, zeigten sowohl er als auch sie stets ein hohes Maß an Zufriedenheit mit der Ehe.

    Die Wissenschaftler merken an, dass Dieser Effekt sowohl für bereits etablierte Familien als auch für Jungvermählte charakteristisch sei, und besonders stark zeigte er sich unter jenen Paaren, deren Einkommensniveau nahe dem Existenzminimum liegt. Andererseits entwickelte sich die Situation in den reichsten Familien in umgekehrter Weise – die Ablehnung der Befriedigung von Anfragen der Frau führte zum Zusammenbruch der „Einheit”.

    „Lebensumstände können eine wesentlich bedeutungsvollere Rolle in familiären Beziehungen spielen, als allgemein angenommen wird. Es sieht so aus, als ob sie eine entscheidende Rolle spielen, wie glücklich sich Ehemänner und Ehefrauen fühlen. Dies sollten sowohl Sozialarbeiter als auch Therapeuten berücksichtigen, die Familien helfen, sich vor dem Zerfall zu bewahren“, schlussfolgert Jaclyn Ross.

    Übernommen von Sputnik News

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