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    Aug 10

    Lord Rothschild: Die Neue Weltordnung ist in Gefahr

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    Mit Lord Jacob Rothschild meldet sich eine bekannte Stimme aus dem globalen Finanzsektor zu Wort. Er beklagt: Die Neue Weltordnung ist in Gefahr. Die Finanzeliten fürchten den Zusammenbruch ihres Machtsystems.


    Von Marco Maier

    Manche Leser erinnern sich vielleicht, dass der Ableger der Rothschild-Familie im Rahmen des Jahresberichts des RIT Capital Partners 2014 gewarnt hat, dass “die geopolitische Situation seit dem Zweiten Weltkrieg am gefährlichsten ist”. Ein Jahr später warnte Jacob Rothschild erneut vor dem “sicher größten Experiment der Geldpolitik in der Geschichte der Welt” und warnte im August 2017 erneut, dass “die Aktienkurse in einer Zeit in vielen Fällen auf beispiellose Niveaus gestiegen sind, in der das Wirtschaftswachstum keineswegs gesichert ist.”

    Er konnte zwar nicht wissen, dass die Kurse an den Börsen einfach so weitersteigen, aber in Bezug darauf gab er erneut eine Warnung ab, welche die Märkte bislang ebenfalls ignorierten: “Die Periode der Geldanpassung könnte sich zu einem Ende befinden. Geopolitische Probleme sind nach wie vor weit verbreitet und werden zunehmend schwieriger zu lösen sein.” Nachdem Lord Rothschild im letzten Halbjahreskommentar von RIT Capital Partners seine letzte Warnung veröffentlichte, fokussiert er sich dieses Mal auf das globale Wirtschaftssystem, welches nach dem Zweiten Weltkrieg etabliert wurde und welches seiner Ansicht nach in Gefahr ist.

    Der milliardenschwere Banker verwies auf den Handelskrieg zwischen den USA und China und die Krise in der Eurozone als Schlüsselprobleme, die die wirtschaftliche Ordnung gefährdeten, und das Fehlen eines “gemeinsamen Ansatzes” – ein Hinweis auf die allmähliche Auflösung der Globalisierung im Gefolge von Präsident Trump – welches “die Zusammenarbeit heute viel schwieriger gemacht” habe: “In der 9/11-Krise und in der Finanzkrise von 2008 arbeiteten die Mächte der Welt mit einem gemeinsamen Ansatz zusammen. Die Zusammenarbeit heute erweist sich als viel schwieriger. Dies gefährdet die Nachkriegsordnung für Wirtschaft und Sicherheit.”

    Es war nicht klar, ob er sich auf den Nachkriegs-Fiat-Standard bezog, der entstand, als Franklin Delano Roosevelt den Dollar gegenüber dem Gold abwertete, und dann einen Preis für das gelbe Metall festlegte. Eine schwache Verbindung, die später von Nixon zerstört wurde, wobei der US-Dollar jedoch weiterhin die Welt-Reservewährung blieb. Aber immer dann, wenn einer der Menschen, die von der “Nachkriegsweltordnung” profitierten, warnt, könnte es durchaus die Zeit sein, sich Sorgen zu machen.

    Wie ist Rothschild positioniert, wenn globale Risiken wachsen? Der Lord schreibt, dass “unter den Umständen unsere Politik darin besteht, unser begrenztes Engagement in börsennotierten Aktien aufrechtzuerhalten und neue Verpflichtungen mit großer Vorsicht einzugehen”. Und in der Tat hatte RIT in der ersten Hälfte ein Netto-Aktien-Engagement von nur 47 Prozent, was sehr niedrig ist. Der Grund: Die ikonische Bankfamilie ist besorgt, dass der 10-jährige bullische Zyklus und die Marktrally nun bald schon enden könnten. Oder anders ausgedrückt: Man erwartet einen umfangreichen Börsencrash.

    Schließlich bleibt Rothschild verständlicherweise “besorgt über geopolitische Probleme wie den Brexit, Nordkorea und den Nahen Osten, in einer Zeit, in der sich der Populismus weltweit ausbreitet.” Immerhin sorgen solche Entwicklungen für eine Eigendynamik, welche den Geschäften der globalen Finanzeliten schaden. Die Menschen könnten ja auf die Idee kommen, Leute oder Parteien zu wählen, welche das globale Finanzparasitentum bekämpfen wollen, welches unermessliche Reichtümer und dadurch enorme politische Macht anhäuft. Die Finanzeliten haben Angst davor, dass irgendwann einmal sieben Milliarden Menschen auf der Welt aufwachen und erkennen, wie ein paar Tausend Leute sie lediglich als Menschenmaterial sehen, welches sklavisch dafür sorgen soll, ihre Reichtümer zu mehren und ihren Einfluss zu wahren.

    Deshalb sind diese Eliten auch so erpicht darauf, die bestehende Weltordnung so gut wie möglich beizubehalten und reformatorische Kräfte mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen. Die Warnungen von Lord Jacob Rothschild kommen nicht von ungefähr und sind vor allem auch ein öffentlicher Aufruf an die systemerhaltenden Kräfte, ihren Fokus auf die Absicherung dieses Machtgefüges zu setzen. Doch diese Aufrufe scheinen erfolglos zu sein. Befinden wir uns am Anfang des Endes der Neuen Weltordnung?

    Mehr zu den Rothschilds finden Sie hier.

    Übernommen von Contra Magazin

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