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Israelis und Palästinenser liefern sich neue Gefechte

    15 Jul

    Israelis und Palästinenser liefern sich neue Gefechte

    Trotz der nach Angaben der Hamas vereinbarten Waffenruhe hat die israelische Luftwaffe erneut Ziele der radikalislamischen Palästinenserorganisation im Gazastreifen bombardiert. Mehrere Einrichtungen der Hamas seien in der Nacht zu Sonntag angegriffen worden, teilten die Streitkräfte mit. Unter den Zielen befand sich demnach ein Gebäude in Gaza-Stadt, in dem die Nationalbibliothek des Küstenstreifens untergebracht ist und das die Hamas zugleich als “Übungszentrum” genutzt habe. Zudem sei eine Abschussrampe zerstört worden. Zuvor hätten militante Palästinenser aus dem Gazastreifen vier Raketen auf den Süden Israels abgefeuert. Eines der Geschosse habe die israelische Luftabwehr in der Nacht zu Sonntag abgefangen.


    Derweil wurden durch eine Explosion in Gaza-Stadt ein 35-jähriger Palästinenser und sein 13-jähriger Sohn getötet. Nach Angaben der Polizei war ein Sprengsatz, den der Mann baute, versehentlich detoniert. Der 35-Jährige war demnach Mitglied der Al-Aksa-Brigaden, des militärischen Arms der Fatah-Bewegung. Ein dritter Palästinenser sei bei der Explosion schwer verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza-Stadt mit.

    Die radikalen Palästinensergruppen Hamas und Islamischer Dschihad hatten am Samstagabend eine Waffenruhe verkündet. Für eine entsprechende Vereinbarung, die unter ägyptischer Vermittlung zustande gekommen sein soll, gibt es jedoch von israelischer Seite keine Bestätigung. Ein Armeesprecher sagte dazu lediglich, das weitere Vorgehen hänge von der Lage vor Ort ab.

    Schwerster Schusswechsel seit 2014

    Zuvor war der Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas nach monatelangen Spannungen eskaliert. Als Reaktion auf Raketen- und Granatenangriffe aus dem Gazastreifen, bei denen drei Israelis verletzt wurden, startete das israelische Militär am Samstag die schwerste Offensive in dem Palästinensergebiet seit dem Gaza-Krieg 2014. Israels Luftwaffe bombardierte Dutzende Hamas-Ziele. Bei einem Luftangriff auf ein mehrstöckiges Hamas-Gebäude in Gaza wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums zwei Jugendliche getötet und 25 Menschen verletzt.

    Gazastreifen israelische Luftangriffe in Gaza (picture-alliance/dpa/W. Nassar)

    Anwohner besichtigen in Gaza-Stadt die Schäden durch israelische Luftangriffe

    Im Gegenzug feuerten radikale Palästinenser mindestens 100 Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Gebiet. In der israelischen Grenzstadt Sderot wurden ein Haus und eine Synagoge getroffen und drei Menschen verletzt. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu drohte mit einer Verschärfung der Angriffe, sollten der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen andauern. Ein Vertreter der israelischen Luftwaffe sagte, sein Land sei “auf alle Szenarien vorbereitet”.

    Zusammenstöße an der Grenze

    Israel gab der Hamas die Schuld für die jüngste Eskalation und verwies auf die monatelangen Proteste und Zusammenstöße an der Grenze zum Gazastreifen, welche die Islamisten als Deckmantel für Angriffe nutzen würden. Auf landwirtschaftlichen Betrieben in Israel brachen zuletzt immer wieder Feuer aus, ausgelöst durch Ballons und Drachen mit Brandsätzen aus dem Gazastreifen. Am 9. Juli sperrte Israel deshalb den einzigen Warenübergang in den Gazastreifen.

    Seit Ende März protestieren immer wieder Palästinenser an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen, in dem die radikalislamische Hamas herrscht und der von Israel seit Jahren abgeriegelt wird. Dabei wurden nach Angaben aus Gaza-Stadt mindestens 141 Palästinenser getötet und rund 4000 verletzt. Die Hamas hatte im April zum Marsch zur Rückkehr in die Heimat aufgerufen. Dies war eine Reaktion auf die israelischen Feiern zur Staatsgründung vor 70 Jahren. Seitdem gibt es wöchentlich Proteste und Auseinandersetzungen.

    Im Sommer 2014 hatte Israel gegen die Hamas im Gazastreifen Krieg geführt. Bei dem 50-tägigen Armeeeinsatz “Protective Edge” (“Schutzlinie”) waren mehr als 2100 Palästinenser getötet worden, ein Großteil davon Zivilisten. Auch 74 Israelis kamen zu Tode, die meisten von ihnen waren Soldaten.

     kle/AR (dpa, rtre, afp, ape)

    Übernommen von DW – Deutsche Welle (BRD-Auslandsinformationssender)

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